Daniel Nowack: Sozial. Digital. Woanders.

Daniel Nowack zeichnet eine globale Perspektive im Thema Digitalisierung. Mit Yunus Social Business reist er um die Welt und begleitet Projekte in Ländern und Regionen, wo die Digitalisierung in einer anderen Dimension stattfindet – in Asien und Afrika. Dort erleben Menschen einen extremen Wandel in ihren Lebensverhältnissen. Während die Digitalisierung in Europa und Amerika meist eine Frage von Luxus und persönlichen Präferenzen ist, stellt sie dort die Grundversorgung sicher. Durch digitale Anwendungen eröffnen sich in anderen Regionen der Welt völlig neue Horizonte der Bildung und Versorgung.

 In seiner Arbeit lernt Daniel Nowack aber auch, dass die Digitalisierung nicht über dem Menschlichen steht. Er veranschaulicht das ein einem gescheiterten Projekt, in dem Mittelmänner für Kleinhändler in Südamerika gestrichen werden sollten, um Zeit und Geld zu sparen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Marktverkäufer den Kontakt zu Händlern und anderen Leuten vorzogen, anstatt die digitale Abkürzung zu wählen. Das zeigt: Es ist gerade der menschliche Aspekt, der dem Wandel Wert und Bedeutung gibt. Effizienz ist praktisch, aber nicht maßgebend – die Beziehung zum Menschen ist es.

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Reflektiert von Philipp Elhaus, Leitender Referent Missionarische Dienste im Haus kirchlicher Dienste

Das Engagement von jungen Gründerinnen und Gründern mit christlichem Hintergrund im Bereich des Social Entrepreneurship bewegt sich oft unterhalb der Radarschirme der kirchlichen Aufmerksamkeit. Viele GründerInnen in jungen Jahren sind durch ihre beruflichen und familiären Herausforderungen zeitlich sehr ausgelastet und verfügen nur in seltenen Fällen noch über intensive Kontakte zu ihrer Kirche. Zumal sie sich in den etablierten kirchlichen Formen oft fremd fühlen und mit ihrem Lebensstil, ihren Fragen und Kompetenzen selten vorkommen. Dabei bieten sie uns großes Lernpotenzial: Sie zeigen uns, welche Wirksamkeit das apostolische Gen entwickelt und können uns ein Beispiel sein, Kirche neu und missional zu denken, sie an ungewöhnlichen Orten zu entdecken. Sie erinnern eindrücklich an den grenzüberschreitenden Impuls der christlichen Sendung und machen deutlich, wie wichtig nicht nur Know-how, sondern Know-why ist. Sie fordern uns heraus, unsere eigene Exkulturation zu überwinden und in fremd gewordene Gesellschaftsbereiche hineinzuwirken – so wie es z. B. im Bereich der Gemeinwesendiakonie und der Fresh-X-Initiativen bereits ansatzweise geschieht.

 [NE1]Im Booklet ist hier Dalby mit Foto und Beschreibung drin. Die Reflexion stammt aber laut eurem Dokument von Elhaus. (Dalbys Statement von ganz unten im Dokument wurde im Booklet nicht aufgegriffen, richtig?)

Yan-Yin Tse